top of page

FLIR M364C

Kenntnisstand Dez 2025, Zeitpunkt der Installation

 

Nach ersten sehr positiven Erfahrungen mit einer Wärmebildkamera (Handheld-Monokular) auf unserem ersten Boot habe ich mich entschieden, eine professionellere Kamera fest zu installieren.

Die FLIR M364C ist zum Zeitpunkt meiner Evaluation die kleinste marinetaugliche, gyroskopisch stabilisierte Kamera ihrer Klasse, welche Wärmebild- und Tageslichtkamera in einem System vereint. Die Tageslichtkamera verfügt über ein sehr leistungsfähiges elektronisches 30-fach-Zoom. Die Wärmebildkamera mit 50-mm-Linse und einem Detektor mit 640 × 512 Pixeln ermöglicht es, Personen im Wasser bis zu einer Entfernung von rund einem Kilometer zuverlässig zu erkennen. Die Bilddarstellung erfolgt über einen zusätzlichen Raymarine-Kartenplotter, die Steuerung entweder über dessen Touchscreen oder über einen Joystick.

Der Hauptgrund für die Anschaffung dieser Kamera liegt klar im Sicherheitsgewinn an Bord – sowohl für die Navigation als auch für Mann-über-Bord-Situationen. Mit einer Wärmebildkamera lassen sich auch nachts problemlos Hindernisse wie Fischerbojen erkennen, kleine Boote ohne AIS identifizieren, Hafeneinfahrten finden, die eigene Position auf Ankerplätzen nach Winddrehern besser einschätzen oder Personen im Wasser lokalisieren. Diese Möglichkeiten kenne ich bereits von meinem bisherigen Wärmebild-Monokular. Durch die Montage der FLIR im Masttop auf rund 23 Metern Höhe sollten all diese Aufgaben noch deutlich effizienter und zuverlässiger erfüllt werden können.

Besonders spannend ist die Frage der Bildstabilisierung bei Seegang: Bis zu welchem Ausmass kann die Kamera Roll- und Nickbewegungen tatsächlich kompensieren? Diese Frage hoffe ich in einem nächsten Update (siehe unten) positiv beantworten zu können.

Eine der wichtigsten Überlegungen betraf den Ort der Installation. Grundsätzlich gilt: je höher, desto besser. Die Salinge kamen für mich jedoch nicht infrage, da die Kamera dort durch die Vorsegel verdeckt würde. Somit blieben nur der Masttop oder alternativ der oberste Meter auf der Vorderseite des Mastes. Die Montage wurde schliesslich durch Pochon SA in La Rochelle auf dem Masttop mittels eines kleinen Montagegestells realisiert. Dadurch bleiben die dort vorhandene Dreifarbenlaterne und das Ankerlicht voll funktionsfähig, und die Kamera verfügt über eine nahezu uneingeschränkte Rundumsicht.

Ein kleiner Nachteil bleibt der direkt nach vorne montierte Windsensor, der die Sicht in Fahrtrichtung leicht beeinträchtigt. Vermutlich werde ich diesen um etwa 45 Grad abgewinkelt neu montieren, um diesen Punkt noch zu optimieren. Der Platz ganz oben im Mast ist begrenzt, und gewisse Kompromisse sind unvermeidlich.

 

Zusätzlich zur Kamera im Masttop habe ich einen  Raymarine-Kartenplotter installieren lassen, der vorerst ausschliesslich zur Anzeige des Kamerabildes dient. Die Wahl fiel bewusst auf Raymarine, da derzeit nur Produkte dieses Herstellers die Augmented-Reality-Funktion der FLIR unterstützen. Dabei werden die Karteninformationen des Plotters – inklusive AIS-Daten – direkt über das Live-Bild der Kamera gelegt. Der Nachteil liegt klar in den zusätzlichen Kosten des Plotters sowie in einem weiteren Satz Karten. Auf der anderen Seite steht nun ein zusätzlicher Kartenplotter als vollwertiges Backup für die Navigation zur Verfügung. Überlegungen, diesen Plotter künftig auch als Teil einer komplett redundanten Steuerkette zu nutzen, sind noch nicht abgeschlossen und könnten zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden.

 

Noch offen ist für mich die Frage, wie gut die integrierte Objekterkennung der FLIR tatsächlich zur Kollisionsverhütung taugt und ob FLIR hierzu künftig Software-Updates anbieten wird. Parallel dazu laufen Überlegungen zu einer möglichen Ergänzung durch das Brain von sea.ai, abhängig von den ersten praktischen Erfahrungen mit der FLIR-Kamera.

Praxisbericht

....folgt in Kürze.

bottom of page